Nach einer in der Familie bestehenden Überlieferung, deren Richtigkeit allerdings bis jetzt nicht nachgewiesen ist, stammt der Name Grolman von einem Hofe her, der den Namen Grol, Groll, Grole oder Grolle geführt hat . Als in den Jahren 1888 bis 1894 der Gymnasialprofessor Dr. Franz Darpe in Bochum seine "Geschichte der Stadt Bochum" zunächst als Einzelaufsätze in den Jahresberichten des Bochumer Gymnasiums veröffentlichte, gab die Anmerkung zu Urkunde 65 (Darpe S. 51) über den Hof Huckarde den Anlaß, daß im "Handbuch des Preußischen Adels" (Bd. II Berlin. E. S. Mittler & Sohn 1893 auf S. 282 als geschichtliche Einleitung abgedruckt wurde:
"Die Familie Grolman, vormals Grolmann, läßt sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie besaß von der Abtei Essen das zu deren Hof Huckarde gehörige Gut zum Grole im Kirchspiel Wattenscheid bei Gelsenkirchen zu Lehen. Die Inhaber des Hofes wurden nach demselben, der damaligen Sitte gemäß, Grolman genannt.
Jasper von Schehe oder Grolman genannt, wurde 1582 Bürger von Bochum. (Schehe ist eine Lesefehler, es muß Schese heißen)."
Ein Beweis der Richtigkeit ist damals im Jahre 1893 nicht versucht worden. Trotz eifrigster Bemühungen ist er auch seitdem nicht erbracht worden.
Der Hof zum Grole, sowie die beiden aus ihm entstandenen Höfe Grosse-Grollmann und Kleine-Grollmann bei Wattenscheid sind in älteren schriftlichen Familiennachrichten niemals erwähnt. Sehr vorsichtig hat sich am 5. Juli 1836 der Geheimrat Sethe in einem Gutachten zu einer an seinen Vetter den Kammergerichtspräsidenten von Grolman gerichteten Anfrage des Freiherrn von Zeydlitz-Neukirch geäußert:
"Die Grolman'sche Familie stammt aus der Grafschaft Mark her, und zwar ursprünglich von einem Hofe, welcher den Namen trägt, wie denn überhaupt die von altersher dort einheimischen Familien von Höfen herstammen, wie die noch vorhandenen Namen der Höfe anzeigen. Einzelne Familienmitglieder zogen in die Städte, was dort ohne alle Hindernisse geschehen konnte, da die Bewohner des platten Landes und der Städte auf gleicher Linie der persönlichen Freiheit standen, wie in allen Landen, wo die Franken saßen.
So hat sich denn auch eine Grolman'sche Familie in der Stadt Bochum niedergelassen und insoweit kann man von der hier zu Frage stehenden Grolman'schen Familie spezieller sagen, daß sie aus der Stadt Bochum in der Grafschaft Mark abstamme, als ihr Stammvater, wovon gleich die Rede sein wird, dort wohnhaft und ansässig war.
In dem "Biographischen Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preußischem Dienst berühmt gemacht haben, Berlin 1789", Teil II. Pag. 75, läßt der Verfasser den Obersten von Grolman, Kommandanten zu Kolberg, aus einem alten Patriziergeschlecht in Westfalen abstammen. Was das Erstere, das Patriziergeschlecht, betrifft, so ist dies eine Träumerei des Verfassers. In der ganzen Grafschaft Mark gab es keine Patrizierfamilien oder sog. Geschlechtes, wie es deren in größerer Städten, besonders in Süddeutschland, namentlich in Augsburg, gab, und am wenigsten in Bochum. Aber aus einem alten, freigeborenen Geschlechte stammte die Grolman'sche Familie ebenso gewiß ab, wie jede Familie des Frankenstammes."
Hierzu könnte man nur bemerken, daß die zweimal behauptete Zugehörigkeit zum Frankenstamme sich vorerst nicht beweisen läßt. In der Gegend zwischen Essen und Dortmund saß vom 2. bis 7. Jahrhundert der fränkische Stamm der Brukterer. Im 8. Jahrhundert wurden ihre Nachkommen von den Sachsen unterworfen. Der Name haftete aber an dem Lande und übertrug sich auf die späteren Bewohner sächsischen Stammes, mit denen sächsische Sprache, Sitte und Recht eingezogen war.
Ganz hiervon abweichend hat der Regierungs- und Konsistorialdirektor Ludwig von Grolman in Gießen im Jahre 1805 seinem Vetter, dem späteren badischen Oberstleutnant Ludwig von Grolman in Karlsruhe geschrieben:
"Die Familie stammt eigentlich aus Brabant ab, und zwar unter einem anderen Namen aus Antwerpen, wo sie großen Handel mit Leinen trieb. Bei der Religionsverfolgung des Herzogs von Alba wurde mancher davon unglücklich. Einer, der ziemliches Vermögen mit sich brachte, retirierte sich in die Grafschaft Mark, kaufte daselbst ein noch jetzt unter dem Namen Groll existierendes Bauerngut und nahm, um Verfolgungen zu entgehen, den Namen Grolman an. Seine Nachkommen konnten dort keine Handelsgeschäfte treiben, ließen also die Söhne studieren. Ein Nachkomme Johannes Grolman, wurde Justizbürgermeister in Bochum verkaufte jenen Bauernhof, siedelte sich in Bochum an und heiratete die einzige Tochter des Senatorius Busstreiss. Ein Sohn aus dieser Ehe war unser Stammvater (Urgroßvater) Georg Grolman
Für die Richtigkeit dieser Aufzeichnungen spricht allerdings die Heirat des Georg Grolman mit Maria van Velthuis (Velthaus) aus Antwerpen. Wenn nicht alte verwandtschaftliche Beziehungen bestanden hätten, wie käme es sonst, daß zu dem damaligen Zeitpunkt ein Bochumer sich mit einer Antwerpenerin verheiratete?
Zukunft und Zufall allein werden entscheiden, welche der drei verschiedenen Ansichten im Kampfe um die Wahrheit als Sieger zu gelten hat. Das Eine ist aber jetzt schon sicher, in der Nachricht über die Herkunft der Familie aus Brabant ist jegliche Schönfärberei beiseite gelassen. Gerade darum darf diese ursprünglich mündliche, dann aber auf dem Papier festgehaltene Überlieferung nicht vernachlässigt werden. Sie war von Bedeutung bei der Ernennung des der dritten Linie angehörigen Carl Grolman (geb. 31. 5. 1821, gest. 19. 12.1884) zum Offizier in der holländischen Kolonialarmee, da die holländische Regierung grundsätzlich nur Angehörige ihres Landes zum Offizier beförderte.